ANGST gehört zu der Gefühlspalette unseres Lebens. Ohne Angst könnten wir nicht (über)leben.
Angst schützt uns vor Gefahren, indem sie unserem Körper hilft, sich bei Gefahr zu schützen, zur Wehr zu setzen oder zu fliehen.

Das Limbische System ist der Teil unseres Gehirns, der für Emotionen zuständig ist.
Erleben wir eine Gefahrensituation, werden im Limbischen System blitzschnell Stresshormone (Cortisol, Adrenalin), freigesetzt. Diese sorgen dafür, dass der Sympathikus (Erregungsnerv) angeregt wird. Die durch die Aktivierung ausgelösten spezielle Körpervorgänge, helfen unser Leben zu schützen und machen uns für einen möglichen Kampf oder Flucht bereit (siehe Schaubild unten).

Ist die Gefahr vorüber, tritt automatisch der Parasympathikus (Entspannungsnerv) in Kraft. Dieser sorgt dafür, dass sich die vorher aktivierten Erregungssymptome wieder zurückbilden und wird entspannen können.

Bildergebnis für sympathikus nerv

Angst ist evolutionsgeschichtlich in uns früh entstanden und fest verankert.
Heute müssen wir uns jedoch nicht mehr mit tagtäglichen Gefahren auseinandersetzen, die unser Leben bedrohen. Dennoch steigt die Zahl der Ängste, unter denen Menschen leiden, stetig an.

Wann also ist Angst „krankhaft“ und behandlungsbedürftig?

  • wenn Angst ohne tatsächliche Bedrohung oder Gefahr auftritt,
  • wenn sie übermäßig stark ist,
  • wenn Dauer und Häufigkeit der Angstzustände mit der Zeit zunehmen,
  • wenn die Betroffenen nicht in der Lage sind, die Angst aus eigener Kraft zu überwinden,
  • wenn die aktuellen Lebensumstände das Ausmaß der Angst nicht erklären können.

Zu den klassischen Angststörungen wie Panikstörung, Agoraphobie, soziale Ängste, spezifische Phobien und die generalisierten Ängste, tritt Angst bei vielen anderen seelischen und körperlichen Erkrankungen auf.
Für mich ist es wichtig zu erwähnen, dass eine fundierte Diagnostik unabdingbar für die geeignete Therapiewahl bei der jeweiligen Angstproblematik, voraussetzt.
Nicht jede Angst ist „krankhaft“ oder gar an eine psychische Erkrankung gekoppelt.

Folgende Ängste sind behandlungbedürftig:

  • Panikattacken/Panikstörung (plötzlich „wie aus heiterem Himmel“ auftretende massive Angstzustände)
  • Agoraphobische Angst („Angst in bestimmten Situationen keinen Fluchtweg zu haben“)
  • Generalisierte Angst (ständiges sich sorgen um alles und jeden)
  • Angst vor vielerlei Situationen und Objekten (Fliegen, Fahrstuhl fahren, Zahnarztbesuche usw.)
  • Soziale Angst (Angst vor der Bewertung anderer Menschen)
  • Angst vor Krankheiten (hypochondrische Befürchtungen)
  • Angst vor einem Herzinfarkt
  • Angst vor dem Ersticken
  • Angst zu kollabieren
  • Angst vor dem Sterben und dem Tod
  • Verlustsangst
  • Beziehungsangst/Bindungsangst
  • Versagensangst („Angst nicht gut genug zu sein“)
  • Prüfungsangst

Therapie der Wahl (wissenschaftlich belegt) bei allen Angstzuständen und Angsterkrankungen ist die kognitive Verhaltenstherapie.

Da Angst meist nicht von alleine verschwindet, sondern die Angewohnheit hat, sich auf andere Bereiche des Lebens oder des Körpers auszuweiten, ist eine frühzeitige Psychotherapie entscheidend für den Verlauf und den Erfolg.

Die kognitive Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Sie die Angst irgendwann einmal gelernt haben und diese folglich wieder verlernen können.
Je nachdem welche Angst vorliegt, steht die kognitive Verhaltenstherapie Ihnen mit einem Pool an hilfreichen Methoden zur Seite.

Klassische Therapiesäulen der kognitiven Verhaltenstherapie  

Ziel

Psychoedukation (Informieren und Aufklären) Angst verstehen

„Was ich kenne, brauche ich nicht zu fürchten“

Entspannung Je entspannter Sie sind, desto weniger kann Angst auftreten = Prinzip der reziproken Hemmung (Angst und Entspannung können nicht nebeneinander existieren)
Kognitive Umstrukturierung Angst entsteht über unsere Gedanken und Bewertungen, diese realistisch zu betrachten, mindert die Angst enorm
Konfrontation „Wo die Angst ist, ist der Weg“ – sich den Ängsten gut vorbereitet und gestuft zu stellen, hilft diese zu überwinden
Wahrnehmungslenkung besonders hilfreich bei körperbezogener Angst – Fokus weg von körperlichen Signalen, die Angst auslösen, lenken
Achtsamkeitstraining Lernen im „Heute“ zu leben


Neben den bewährten Methoden arbeite ich tiefenpsychologisch orientiert, d.h. wir gehen zurück in Ihre Kindheit und finden die Auslöser Ihrer Problematik. Aus meiner Erfahrung haben wir Angst und jedwede andere psychische Problematik schon früh gelernt.
Bewusstes Aufdecken und tatsächliches Erfühlen der „kindlichen“ Angst schafft Verständnis für die eigene Person und hilft uns selbst und die Angst anzunehmen und zu verarbeiten.